Bioland-Kartoffeln

Kartoffelsack

Welche Sorten bauen Bioland-Bauern an?

Nicola, Marabell, Saturna - hinter all diesen klangvollen Namen verbergen sich mehr oder weniger bekannte Kartoffelsorten. Regionale Vorlieben und unterschiedliche Standortbedingungen haben diesen Sortenreichtum hervorgebracht.

Neben dem Kochtyp werden die Sorten nach ihrem Reifezeitpunkt in "frühe", "mittelfrühe" und "späte" Kartoffeln unterteilt. Sehr frühe und frühe Sorten werden im Juni und Juli geerntet. Die sogenannten Frühkartoffeln haben eine sehr dünne Schale und enthalten viel Wasser. Da sie schnell keimen und welken, sollten sie innerhalb von zwei Wochen verbraucht werden. Im August und September haben mittelfrühe Sorten ihre Erntezeit. Ihre Schale ist fester und sie können 8 bis 12 Wochen gelagert werden. Späte Sorten werden von Oktober bis Ende November geerntet. Sie besitzen eine dickere Schale und eine gute Lagerfähigkeit. Diese Sorten lassen sich gut einkellern.

Welche Sorten der Biobauer anbaut, hängt von den Standortbedingungen, der Krautfäuleanfälligkeit, dem Kochtyp und Reifezeitpunkt sowie vom Geschmack und Bekanntheitsgrad der jeweiligen Sorte ab. Für den ökologischen Anbau von Kartoffeln ist es sehr wichtig, dass die Sorten viel Kraut entwickeln und möglichst gegen Krankheiten resistent sind.

Folgende Sorten werden biologisch angebaut:

Frühe Sorten

ATICA: sehr frühreife, vorwiegend festkochende Sorte von 1971. Die sehr geschmacksstabile Sorte hat eine langovale Form, flache Augen, eine glatte Schale und gelbes Fleisch. Sie ist jedoch kaum lagerfähig und neigt zu rot-grauen Verfärbungen.
GLORIA: sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte von 1972 mit gelbem Fleisch, langovalen Knollen, genetzter Schale und flachen Augen. Aufgrund ihrer frühen Trockensubstanzbildung ist sie eine sehr frühe Sorte mit guter Speisequalität.
CHRISTA: sehr frühe, vorwiegend festkochende Sorte von 1975. Die ovale, schön geformte Knolle besitzt sehr flache Augen und eine genetzte Schale. Gekocht ist die Fleischfarbe gelb und zeichnet sich durch einen herzhaft ausgeprägten Kartoffelgeschmack aus. Die Sorte bildet sehr schnell Keimtriebe und neigt zu Rohverfärbungen.
SOLIST: sehr frühe, vorwiegend festkochende Kartoffelsorte von 1999. Die Knollen sind rund, das Fleisch hellgelb, die Schale genetzt mit flachen Augen. Die Sorte ist früh erntefähig und schmackhaft.
FINKA: sehr frühe bis frühe, vorwiegend festkochende Sorte, die 2001 ihre Neuzulassung erhielt. Die Knollen besitzen eine ovale Form mit flachen Augen und genetzter Schale. Die Fleischfarbe ist gelb. Wegen ihres frühen Knollenansatzes, ihrer großfallenden Sortierung und ansprechenden Knollenform eignet sich die nematodenresistente Sorte für den ökologischen Anbau besonders gut.
VITARA: frühe, vorwiegend festkochende Sorte von 1989. Die Knollenform ist oval, die Fleischfarbe gelb, die Schalen sehr glatt und die Augen flach. Die Sorte ist sehr ertragssicher, da sie tolerant gegen die Kraut- und Knollenfäule ist. Aber sie benötigt gute Standorte, damit sie beim Wachsen keine Risse bildet.
PRINCESS: frühe, festkochende und robuste Salatkartoffel. Die formschönen ovalen Knollen besitzen flache Augen und eine genetzte Schale. Die Fleischfarbe ist dunkelgelb, der Geschmack sehr gut und die Lagerfähigkeit gut.
MARABELL: frühe, vorwiegend festkochende und formschöne Sorte von 1993 mit flachen Augen, glatter Schale, gelbem Fleisch und langer Keimruhe.
KARLENA: frühe, mehligkochende Sorte von 1988. Sie besitzt eine rundovale Knollenform mit flachen Augen und hellgelbem Fleisch.

Mittelfrühe Sorten

NICOLA: mittelfrühe, festkochende Speise- und Salatkartoffel von 1973. Aufgrund ihrer flachen Augen eignet sie sich bestens als Pell- und Salzkartoffel. Die Sorte besitzt langovale Knollen und eine glatte Schale. Das Fruchtfleisch ist stattgelb, fest und etwas kräftig im Geschmack. Sie ist eine ausgezeichnete Lagerkartoffel.
LINDA: mittelfrühe, festkochende Sorte von 1974. Die Form der Knollen ist langoval, die Fleischfarbe tiefgelb, der Geschmack mild und konstant. Die Knolle mit ihren flachen Augen und der genetzten Schale neigt roh zu rötlicher Verfärbung. Die beliebte Sorte soll ihre Zulassung verlieren (Link "Rettet Linda").
SELMA: mittelfrühe, festkochende Sorte von 1972 mit ansprechender, langovaler Knollenform, flachen Augen, heller Schale und ansprechend gelber Fleischfarbe. Ihre gute Haltbarkeit bis ins späte Frühjahr zeichnet sie aus.
DITTA: mittelfrühe, festkochende, noch recht neue Sorte von 1991. Die Knollen sind langoval mit hellgelbem Fleisch, flachen Augen und glatter Schale. Durch ihre gute Keimruhe ist sie sehr gut lagerfähig. Ab September ist sie im Handel erhältlich.
SIMONE: mittelfrühe, festkochende Sorte mit tiefgelbem Fleisch, langovalen Knollen, glatter bis leicht genetzter Schale und flachen Augen. Diese Sorte zeichnet sich nicht nur durch ihren guten Geschmack, sondern besonders durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen und Krautfäule aus.
GRANOLA: mittelfrühe, vorwiegend festkochende und formschöne Sorte von 1975. Die rundovalen Knollen mit flachen Augen, rauer Schale und gelbem Fleisch weisen beste Geschmackseigenschaften auf.
QUARTA: mittelfrühe, vorwiegend festkochende Sorte von 1979. Die ansprechende rundovale Knollenform, rote flache Augen und eine lange Keimruhe machen die Sorte beliebt. Das Fleisch ist gelb, die Schale genetzt und der Geschmack etwas kräftiger.
AGRIA: mittelfrühe, vorwiegend festkochende und geschmacksintensive Sorte von 1985. Die Knollen sind formschön langoval bis lang. Die Augen sind flach, die Schale ist gelb und genetzt, das Fleisch ist hellgelb. Die Knolle verfärbt sich nicht beim Kochen und Lagern und keimt nicht schnell. Aufgrund ihres geringen Nitratgehaltes kann sie gut als "Baby-Kost-Kartoffel" verwendet werden.
SOLARA: mittelfrühe, vorwiegend festkochend Sorte von 1989 mit ansprechender, ovaler Knollenform. Die Schale ist hell und glatt, das Fleisch gelb und die Augen flach.
LAURA: mittelfrühe, vorwiegend festkochende und rotschalige ovale Knolle von 1998. Die Sorte ist sehr kräftig im Geschmack, besitzt dunkelgelbes Fleisch, sehr flache Augen und eine glatte Schale. Zudem treiben die Augen nicht so schnell aus.
FREYA: mittelfrühe, mehligkochende Sorte von 1998. Die ovale Knolle hat flache Augen, eine genetzte Schale und ist gelbfleischig. Sie zerfällt nicht ganz so schnell wie Aula, nimmt aber viel Soße/Flüssigkeit auf.
LIKARIA: mittelfrühe mehligkochende Sorte von 1986, die sich durch ihre gute Lagerfähigkeit und tiefgelbe Fleischfarbe auszeichnet. Die Knolle ist recht groß und kräftig im Geschmack. Die Sorte besitzt einen guten Duft und eignet sich ideal für die Zubereitung von Klößen und Püree.
MELINA: mittelfrühe, mehligkochende Sorte von 1999. Die formschönen Knollen sind gelbfleischig und rundoval mit flachen Augen und glatter bis genetzter Schale. Durch ihren frühen Knollenansatz, die hohen Erträge und die sehr guten Qualitäts- und Resistenzeigenschaften eignet sie sich für den biologischen Anbau.

Späte Sorten

DONELLA: mittelspäte bis späte, vorwiegend festkochende Sorte von 1990. Die gesunde Speisekartoffel mit guter Eignung für den biologischen Anbau hat eine langovale Knollenform, flache Augen, eine genetzte Schale und dunkelgelbes Fleisch.
MARENA: mittelspäte bis späte, vorwiegend festkochend Sorte von 1995. Die junge Sorte hat rundovale Knollen mit flachen Augen, genetzter Schale und hellgelbem Fruchtfleisch.
SATURNA: mittelspäte bis späte, mehligkochende Sorte von 1970. Die Knollenform ist rundoval, die Augentiefe mittelmäßig, die Schale glatt und das Fleisch hellgelb. Die Sorte kann lange Zeit gelagert werden.
FASAN: mittelspäte bis späte, mehligkochende Sorte von 1997 mit hellgelbem Fleisch, rundovalen Knollen und rauer Schale