Bioland-Kartoffeln

Wie bauen Bioland-Bauern Kartoffeln an?

vorgekeimte Kartoffeln

Im April oder Mai - nach Abklingen der Nachtfröste - beginnt die Pflanzzeit. Bevor der Biobauer die Knollen auspflanzt, regt er diese zur Keimung an. Dadurch haben die Pflanzen einen zeitlichen Vorsprung im Wettkampf gegen die Krautfäule (Phytophtora infestans). Die vorgekeimten Saatkartoffeln werden dann in Reihen gelegt und später mit Erde angehäufelt.

In der Fruchtfolge steht die Kartoffel als typische Hackfrucht nach Leguminosen wie Kleegras, Erbsen oder Lupinen. An den Wurzeln der Leguminosen siedeln sich Knöllchenbakterien an, die den Stickstoff aus der Luft binden und als Pflanzennährstoff verfügbar machen. Die Hauptdüngung der Kartoffel erfolgt also über diese Vorfrucht. Zusätzlich düngt der Bioland-Bauer mit Mist oder organischem Zusatzdünger. Wildkraut entfernt er "mechanisch" - sprich mit Hilfe von Hacke und Striegel.

Kartoffelkäfer. Bildquelle: Dr. Ralph-Peter Nussbaum

Neben dem Krautfäuleerreger ist der Kartoffelkäfer ein wichtiger Schädling. Der Biobauer sammelt die Käfer und Larven mit einem mechanischen Absammelgerät ab. Bei starkem Krankheitsbefall setzt er biologische Mittel gegen den Kartoffelkäfer und geringe Mengen Kupfer gegen die Krautfäule ein.

Kartoffelernte

Der Erntezeitpunkt der Biokartoffeln ist abhängig von Sorte und Pflanzzeitpunkt. Ende Juli sterben die oberirdischen Pflanzenteile ab und die Knollen reifen im Boden aus. Die Haupternte erfolgt von Ende August/ Anfang September bis in den Oktober hinein.

Eine bedarfsgerechte Stickstoffversorgung der Kartoffel verlängert die Reifephase der Knollen im Boden. Dadurch sind Biokartoffeln gegenüber der Lagerfäule weniger empfindlich und besser lagerfähig. In der Regel baut der Bioland-Bauer 4 bis 6 verschieden Kartoffelsorten an. Das ist zwar mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden, dafür kann er als Direktvermarkter ganzjährig Kartoffeln anbieten.