Wissenswertes zu Bioland-Lebensmittel

Hier finden Sie Informationen zu den Besonderheiten von Bioland-Erzeugnissen. Klicken Sie sich durch die verschiedenen Lebensmittel und erfahren Sie mehr über Herstellung, Zutaten oder Geschichltiches. Gern können Sie uns auch direkt ansprechen.

  • Bioland-Bier

    Anbau: Die Bioland-Richtlinien für Bier sind noch strenger als die Vorgaben des Reinheitsgebots. Dies fängt bei der Erzeugung der Rohstoffe an:

    • Beim Anbau des Getreides für das Malz und den Hopfen werden keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und keine mineralischen Stickstoffdünger eingesetzt. Der schonende Rohstoffanbau leistet somit einen aktiven Beitrag zum Schutz des Grundwassers, das auch als Brauwasser dient.
    • Hopfen darf bei Bioland nur als Naturhopfen verwendet werden. Die sonst übliche Schwefelung des Hopfens ist bei Bioland verboten.


    Verarbeitung:
    Die folgenden Zusatzstoffe sind bei Bioland verboten, kommen aber bei der Herstellung konventioneller Biere in der Regel zum Einsatz.
    In folgenden Punkten sind die Bioland-Richtlinien strenger als das Reinheitsgebot. Verboten sind:

    • optische Schönungsmittel wie Extrakte oder Farbenbier
    • eine künstliche Beschleunigung der Gär- und Reifezeit
    • Stabilisatoren und Pasteurisierung zur künstlichen Verlängerung der Haltbarkeit
    • Veränderung der natürlichen Beschaffenheit des Brauwassers durch Wasseraufbereitung wie Ionenaustauscher oder Aktivkohle

    Übrigens: Einige Bioland-Brauereien setzen für ihre Biere ganz bewusst alte Weizenarten, sogenanntes Urgetreide, ein: Emmer, Einkorn und Dinkel. Einkorn ist das älteste bekannte Urgetreide, das bis 8000 v. Chr. zurückverfolgt werden kann.

     

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Verarbeitungsrichtlinien Bier (92 kB) und im Bioland informiert Bier (395 kB).

  • Bioland-Brot

    Herstellung: Bioland-Brot wird aus Bioland-Getreide und weiteren Bio-Rohstoffen hergestellt. Die eingesetzten Zutaten und Hilfsstoffe dürfen weder mit gentechnischen Verfahren hergestellt noch mit Mikrowellen oder ionisierenden Strahlen behandelt werden. Bioland-Bäcker verwenden zur Teiglockerung Hefe, Sauerteig oder Backferment. Der Sauerteig sorgt dafür, dass sich der typische säuerlich-aromatische Geschmack auf natürliche Art entfaltet und das Brot länger frisch bleibt. Sauerteig-Imitationen sind bei Bioland unzulässig.

    Lagerung: Bioland-Backwaren schmecken frisch aufgeschnitten am besten. Vollkornbrot ist jedoch bekömmlicher, wenn Sie es erst nach ein (Weizenbrot) bis zwei (Roggenbrot) Tagen anschneiden. Unverpacktes Brot lagern Sie am besten in sauberen, luftdichten und trockenen Behältnissen. Brot lässt sich auch gut in der Tiefkühltruhe aufbewahren.

    Übrigens: Vollkornbrot oder -brötchen müssen laut EU-Öko-Verordnung zu mindestens 90 Prozent aus Vollkornmahlerzeugnissen bestehen. Bioland schreibt 100 Prozent ökologisch erzeugtes Volkorngetreide vor.

    Hinweis: Lesen Sie zum Thema Brot unsere speziellen Verarbeitungsrichtlinien Brot/Backwaren (92 kB) und das Bioland-Informiert Das volle Biokorn - der Gesundheit und Umwelt zuliebe (266 kB).    

  • Bioland-Erdbeeren

    Saison: Von Mitte Mai bis Mitte Oktober

    Anbau: Bis wir die schmackhafte Frucht genießen können, steht dem Bioland-Bauern noch einige Arbeit bevor: So muss er seine Erdbeerpflanzen mit vorbeugenden Maßnahmen vor Schädlingen schützen – natürlich ohne giftige Pestizide. Mit gärtnerischem Geschick und ausgeklügelten Fruchtfolgen sowie einer Auswahl geeigneter Jungpflanzen und dem richtigen Standorts schafft der Bauer eine stabile Grundlage für die Gesundheit der Erdbeeren. Der Bioland-Bauer setzt auf natürlichen Pflanzenschutz. So erzeugt er seine Ernte ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz oder mineralischen Stickstoffdünger. Seine Erdbeeren düngt er mit Mist oder anderen organischen Düngemitteln.

    Warum liegen Bioland-Erdbeeren auf Stroh?
    Um die Früchte vor Feuchtigkeit und somit auch vor Schimmel zu bewahren, legen viele Erdbeererzeuger Stroh unter die Erdbeerpflanze.

    Lagerung: Erdbeeren halten am längsten frisch, wenn sie im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert werden. Damit die Erdbeeren länger knackig bleiben, waschen Sie sie am besten mit Stiel und lassen sie gut abtropfen. Am besten schmecken sie so frisch wie möglich.

    Übrigens: Um ein "Matschen" der Früchte zu verhindern, sollte man darauf achten, dass Erdbeeren immer mit Stiel gewaschen und anschließend gut abgetropft werden. Erst dann sollte man die Kelchblätter entfernen.

    Besuchen Sie Ihren Erdbeerbauer
    Sie möchten sich das Geschehen einmal vor Ort anschauen? Kein Problem. Viele Bio-Bauern bieten ihre Erdbeeren auch zum Selbstpflücken an. Eine Übersicht der aktuellen Bioland-Erdbeeranbauern finden Sie auf unserer Startseite.

    Was tut der Bioland-Bauer für seine Erdbeeren?
    Der ökologische Anbau von Erdbeeren erfordert gärtnerisches Geschick und ausgeklügelte Fruchtfolgen. Mit welchem Vorsorgepaket Bioerdbeererzeuger ihre Pflanzen vor Schädlingen schützen und vieles mehr erfahren Sie in unserem Erdbeer-Podcast. Tipps zum Umgang mit Erdbeeren runden unser Podcast ab. Erdbeer-Podcast (1247 kB)

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Bioland-Richtlinien und im Bioland informiert Erdbeeren (265 kB).

  • Bioland-Fleisch- und Wurstwaren

    Die strengen Bioland-Richtlinien garantieren einen hohen Qualitätsstandard, der sich im Geschmack bemerkbar macht.

    Tierhaltung: Zu einer artgerechten Tierhaltung zählen ausreichende Bewegungs- und Ruheräume, Tageslicht, frische Luft und frisches Wasser. Die Futtermittel stammen aus ökologischer Erzeugung. Synthetische Aminosäuren sowie alle gentechnisch veränderten Futtermittel sind verboten. Mindestens einmal pro Jahr werden die Betriebe durch unabhängige Kontrollstellen besucht. Damit es aber gar nicht erst zu Unstimmigkeiten kommt, steht unseren Betrieben ein bundesweites Netz an Bioland-Beratern zur Verfügung.

    Verarbeitung: Bei Bioland kommen nur ausgewählte Zutaten und Zusatzstoffe in die Wurst. Um die Qualität der Bioland-Rohstoffe in der Verarbeitung zu erhalten, sind bei Bioland nur Verfahren erlaubt, die die Inhaltsstoffe der Lebensmittel optimal erhalten. So haben wir zum Beispiel nur 23 von den insgesamt 316 Lebensmittelzusatzstoffen, die derzeit in der EU zugelassen sind, in unseren Erzeugnissen. Nitritpökelsalz oder Bindemittel sind unter anderem nicht erlaubt. Daher weisen unsere Bioland-Wurstwaren weniger Fremdwasser und eine natürliche, weniger rote Farbe auf.
    Auch die Schlachtung spielt bei der Fleischqualität eine wichtige Rolle. Unsere Richtlinien schreiben vor, dass Schlachtstätten in der Region zu bevorzugen sind. Die Transportzeit darf maximal 4 Stunden und die Transportentfernung maximal 200 km betragen.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Verarbeitungsrichtlinien Fleisch und Fleischerzeugnisse (107 kB) und im Bioland informiert Fleisch- und Wurstwaren (267 kB).

  • Bioland-Honig

    Bienenhaltung: Ein Bioland-Imker steuert nicht den Flug der Bienen, aber er kann durch seine Arbeitsweise die Qualität der Bienenerzeugnisse entscheidend beeinflussen. Neben einer artgerechten Bienenhaltung verfolgen unsere Bioland-Imker von Anfang an das Ziel, Honig ohne bedenkliche Tierarzneimittel-Rückstände zu erzeugen. Der Imker kann zu einer artgerechten Bienenhaltung beitragen, indem er den Lebensraum so weit es in seinem Einflussbereich liegt, natürlich gestaltet. Dies beinhaltet folgende Aspekte:

    • „Bienenwohnung“: Der Imker stellt nur natürliche Beute aus Holz, Stroh oder Lehm zur Verfügung und streicht diese für den Wetterschutz nur mit Naturfarben ohne Holzschutzmittel an. Beuten aus Styropor sind verboten.
    • Bienenwachs: Das Bienenwachs soll nur in Reinform vorliegen. Deshalb wird der natürliche Wabenbau der Bienen gefördert. Die Anwendung chemotherapeutischer Mittel zur Wachsmottenbekämpfung ist verboten. Zudem sorgen unsere Imker für eine konsequente Entfernung von älterem Bienenwachs aus der Imkerei. Synthetisches Wachs oder der Einsatz von Kunststoff für den Wabenbau ist nicht erlaubt.
    • Natürliche Bekämpfung von Parasiten: Der Bioland-Imker ergreift nur natürliche Schutzmaßnahmen gegen die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe. Außerhalb der Honigsammelzeit schützt er die Bienen mit Hilfe organischer Säuren, die auch als natürliche Inhaltsstoffe im Honig vorkommen. Chemisch-synthetische Medikamente sind wegen der Gefahr der Rückstandsbildung in Wachs und Honig verboten.
    • Honigernte: Um den Honig gefahrlos zu ernten, muss der Imker die Bienen beruhigen. Die Bioland-Richtlinien verbieten Stoffe wie Benzaldehyde oder Dosensprays. Nur Rauch ist erlaubt.
    • Überwinterung des Bienenvolkes: Ein Teil des Honigs überlassen unsere Imker bei der Ernte den Bienen zur Überwinterung. Zucker in Bioqualität wird als weitere Energiequelle für eine gute Überwinterung ergänzt.

    Übrigens: Zur Produktion von einem Pfund Honig muss eine Biene 35.000 mal auf Nektarsuche gehen.

  • Bioland-Kartoffeln

    Saison: Haupterntezeitpunkt ist von Ende August bis Oktober. Kartoffeln sind ein Lagergemüse.

    Anbau: Im April oder Mai beginnt die Pflanzzeit. Bevor der Bioland-Bauer die Knollen auspflanzt, regt er diese zur Keimung an. Die vorgekeimten Saatkartoffeln werden dann in Reihen gelegt und später mit Erde angehäufelt. Die Hauptdüngung der Kartoffel erfolgt vorwiegend über eine Vorfrucht wie z. B. Leguminosen. An den Wurzeln der Leguminosen siedeln sich Knöllchenbakterien an, die den Stickstoff aus der Luft binden und als Pflanzennährstoff verfügbar machen. Zusätzlich düngt der Bioland-Bauer mit Mist oder organischem Zusatzdünger. Wildkraut entfernt er mechanisch durch Hacken und Striegeln der Wildkräuter – er verzichtet also auf chemisch-synthetische Mittel, etwa gegen den Kartoffelkäfer.
    Der Bioland-Bauer sammelt die Käfer und Larven mit einem mechanischen Absammelgerät ab. Bei starkem Krankheitsbefall setzt er biologische Mittel gegen den Kartoffelkäfer und geringe Mengen Kupfer gegen die Krautfäule ein.

    Lagerung: Die Kartoffeln sollten beim Kauf sauber und trocken, ohne Schimmelansatz und möglichst ohne Keime sein. Damit das so bleibt, werden die Knollen zu Hause ausgepackt und an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt. In einem geeigneten Lagerraum, wie zum Beispiel einem Keller, kann man auch größere Mengen Kartoffeln in Körben oder Kartoffelkisten einlagern.

    Übrigens: Vorsicht bei Kartoffeln mit mehr als einem Zentimeter langen Keimen. Diese können Giftstoffe wie Solanin oder andere Glykoalkaloide – auch außerhalb der Schale – enthalten.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Bioland-Richtlinien.

  • Bioland-Kürbis

    Saison: Mitte August bis Mitte November

    Anbau: Nach der Unkrautregulierung werden entweder Jungpflanzen oder Samen in die Erde eingebracht. Nur an ganz schlechten Standorten erhalten die Kürbisse max. 50 kg/ha Mist (vor der Aussaat) oder Hornspäne (beim ersten Hacken). Darüber hinaus wird nach der Aussaat zwei bis drei Mal maschinell gehackt, bis die Reihen geschlossen sind. Danach werden große Unkräuter von Hand gezogen. Die Ernte der Kürbisse erfolgt ab Mitte August.

    Lagerung: Für den Fall, dass der Kürbis nicht sofort verzehrt wird, empfehlen wir eine Lagerung von etwas mehr als 12 °C.

    Übrigens: Heute gibt es über 850 Kürbissorten in vielen verschiedenen Farben, Größen, Formen und Geschmacksvarianten. Man unterscheidet Sommer- und Lagerkürbisse. Sommerkürbisse, zu denen auch die Zucchini zählt, werden vor ihrer Fruchtreife geerntet und gegessen. Denn vollreif sind sie schon verholzt und ungenießbar. Lagerkürbisse dagegen entwickeln ihren typischen Geschmack erst im ausgereiften Zustand. Einige Sorten müssen vor dem Kochen geschält werden. Die Schale des leuchtend orangenen Hokkaido-Kürbis kann man aber essen.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Bioland-Richtlinien.

  • Bioland-Milch

    Milchkuhhaltung: Bei Bioland-Kühen setzt der Bioland-Bauer auf Lebens- statt auf Höchstleistung. So gibt eine Bioland-Kuh im Durchschnitt 15 bis 20 Prozent weniger Milch als eine konventionelle Milchkuh. Ziel der Bioland-Bauern ist die Leistung ihrer Kühe zu erhalten, ohne sie zu überfordern. Der hohe Futterbedarf wird neben dem Grundfutter Gras, Klee, Mais und Ganzpflanzensilage mit Biokraftfutter aus Getreide, Lupinen, Erbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und/oder Ölkuchen sowie Mineralstoffen ergänzt. Die Kälber werden in den ersten zwölf Wochen mit Milch, ergänzend mit Heu, Gras und Kraftfutter, versorgt. Die artgerechte Haltung stärkt maßgeblich das Immunsystem des Tieres. Dazu gehört auch der Weidegang oder ein direkter Zugang zu einem Laufhof. Bei Bioland ist letzteres nur im Ausnahmefall zulässig. Um Rangeleien zu vermeiden, hat jede Biokuh einen eigenen Fressplatz. Die Liegeflächen müssen mit Stroh, Spelzen oder Sägemehl eingestreut sein.

    Verarbeitung: Bei Bioland können Sie zwischen unterschiedlichen Fettstufen von Milch sowie zwischen drei verschiedenen Milchsorten wählen: Frisch-, ESL- und H-Milch. Diese unterscheiden sich jeweils durch die Verfahren ihrer Haltbarmachung. So wird die unbehandelte, also die sogenannte Rohmilch durch unterschiedliche Wärmebehandlungen weiterverarbeitet. Je nach Erhitzungsgrad entstehen Frisch-, ESL- oder H-Milch. ESL-Milch bietet dabei eine gute Alternative zu H-Milch. Die Abkürzung ESL bedeutet „extended shelf life“, was so viel wie "längere Haltbarkeit im Regal" bedeutet. Ihre Haltbarkeit liegt zwischen der von Frisch- und H-Milch. Also zwischen 12 und 21 Tagen.

    Übrigens:
    Damit eine Kuh einen Liter Milch bilden kann, müssen 500 Liter Blut durch die Milchdrüsen ihres Euters fließen.

    Die Bioland-Milch bildet die Grundlage für eine große Bioland-Milchproduktpalette.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Verarbeitungsrichtlinien Milch (92 kB) und im Bioland informiert Milch - Das Beste von der Kuh (267 kB).

     

  • Bioland-Milchprodukte

    Die Naturbelassenheit der Erzeugnisse ist ein Grundsatz von Bioland, daher verwenden Biomolkereien bevorzugt Rohmilch. Für Emmentaler, Bergkäse und Chester schreiben die Bioland-Richtlinien dies sogar vor.

    Käse

    Herstellung: Bei der Käseherstellung kommen insbesondere zwei Fällungsverfahren zum Einsatz: Die Labfällung und die Säurefällung.
    Die Labfällung: Dabei wird die Milch mit Labenzymen versetzt, die aus Kälbermägen gewonnen wurden. Dieses Labenzym wird heute bereits überwiegend mit Hilfe von Gentechnik nachgebildet (Chymosin); im Biolandbau ist dies verboten. Neben natürlichem Kälber-Lab setzen Bioland-Käsereien auch mikrobielles Lab ein, das aus einem Pilz gewonnen wird. Mit Hilfe der Labfällung entsteht beispielsweise Hartkäse (Emmentaler), Schnittkäse (Tilsiter), halbfester Schnittkäse (Butterkäse) oder Weichkäse (Camembert).
    Die Säurefällung: Dabei werden spezielle Milchsäurebakterien zur Dicklegung verwendet. Zu den so hergestellten Sauermilchkäsesorten gehören der Handkäse, Harzer oder Korbkäse.

    Übrigens: Zur Herstellung von einem Kilogramm Käse werden durchschnittlich neun Liter Milch benötigt, ein Kilo Frischkäse entsteht aus circa fünf Litern Milch. Und für ein Kilo Hartkäse werden zwölf Liter Milch benötigt. Das hat folgenden Grund: Während der Lagerung verdunstet Wasser aus dem Käse, dabei steigen der Trockenmasseanteil und der Fettgehalt. Auf dem Käse ist deshalb stets der Fettgehalt in der Trockenmasse (Fett i.Tr.) angegeben. Zum Beispiel enthält ein Camembert (100 g) mit 60% Fett i.Tr. nur circa 21 g Fett; Emmentaler mit 45% Fett i.Tr. dagegen rund 28 g Fett.Hinweis: Stillende Mütter, Säuglinge und immungeschwächte Menschen sollten vorsorglich auf wärmebehandelte (Milch-) Lebensmittel zurückgreifen, also Rohmilchkäse meiden.

    Butter

    Herstellung: Bio-Butter ist in Geschmack und Aussehen je nach Jahreszeit unterschiedlich. Der Grund hierfür ist die unterschiedliche Fütterung im Lauf eines Jahres: Im Sommer fressen die Kühe frisches Gras, Klee und Kräuter auf der Weide – während sie im Winter mit Heu, Getreide und Rüben gefüttert werden. Daraus resultiert eine unterschiedliche Fettzusammensetzung der Milch: Der Rahm ist im Sommer weicher als im Winter. Da dieser jedoch gleich weiterverarbeitet und nicht – wie bei der konventionellen Verarbeitung üblich – mit dem Winterrahm vermischt wird, ergeben sich die typischen Konsistenzunterschiede bei der Butter.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Verarbeitungsrichtlinien Milch (92 kB) und im Bioland informiert Die Vielfalt der Milch (395 kB).

  • Bioland-Spargel

    Saison: Die Erntezeit ist von Mitte April bis Ende Juni.

    Anbau: Spargel liebt warmen, lockeren Sandboden. In diesen setzt der Bauer die jungen Pflanzen, etwa 25 bis 30 cm tief. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt bis zu zweieinhalb Meter. Dies lässt genug Platz für die Spargeldämme und erleichtert dem Bioland-Bauern die mechanische Unkrautbekämpfung – denn künstliche Pestizide lassen die Bioland-Richtlinien nicht zu. Durch regelmäßige Bodenbearbeitung wird das Wildkraut bereits im Keimlingsstadium unterdrückt. Mit reifem Kompost und Mist gleicht der Spargelbauer den Nährstoffverlust im Boden aus. Diese Art der Düngung ist naturgerecht und verleiht dem Spargel einen besonders feinen Geschmack.

    Das A und O für gesunde und robuste Pflanzen ist ein gesunder Boden. Der Bauer schützt die empfindlichen Jungpflanzen mit Kulturschutznetzen vor der Spargelfliege. Auch, indem der Bioland-Bauer die natürlichen Feinde der eher schädlichen Spargelfliege fördert, kann er seine Ernte vor Fraßbefall schützen. Spinnen gehören zum Beispiel zu den Feinden der Spargelfliege. Häufig stellt der Biolandwirt Leimfallen auf und fördert Nützlinge wie zum Beispiel Spinnen, um Spargelkäfer, Spargelfliege und Co. im Zaum zu halten.

    Lagerung:
    Geernteter Spargel liebt Kälte. Daher sollte er im Kühlschrank im Gemüsefach ganz unten gelagert werden. Weißer und violetter Spargel können – in einem feuchten Tuch eingeschlagen – mehrere Tage gelagert werden. Grünen Spargel bewahrt man am besten stehend in Wasser auf.

    Übrigens:
    Guter und frischer Spargel ist glatt und glänzend und lässt sich leicht brechen. Seine Schnittflächen sollten hell und feucht sein und beim Zusammendrücken saften. Frische Stangen quietschen, wenn sie aneinander gerieben werden und haben geschlossene Spitzen.

    Was macht Spargel zu Bioland-Spargel?

    Dieses und vieles mehr erfahren Sie in unserem Spargel-Podcast. Wir erläutern Ihnen unter anderem die Besonderheiten des ökologischen Spargelanbaus und geben leckere Rezept-Tipps. Spargel-Podcast (2,3 MB)

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Bioland-Richtlinien.

     

  • Bioland-Ziegenmilch und -produkte

    Haltung: Bei Bioland werden die Ziegen ausschließlich mit Biofutter gefüttert, das zu mindestens 50 Prozent vom eigenen Hof stammen muss. Außerdem wird den lebhaften Paarhufern mehr Platz als in der konventionellen Ziegenhaltung geboten – für jedes Tier mindestens 2,5 m². Dies ermöglicht den Tieren eine artgerechte Entwicklung und eine gesunde Lebensweise.

    Verarbeitung: Zehn Liter Ziegenmilch ergeben ein Kilogramm Ziegenkäse. Diesen gibt es in zig Varianten: Vom Frischkäse über Weichkäse bis zum Schnittkäse, oftmals verfeinert mit würzigen Kräutern. Neben Käse bieten Bioland-Ziegenmilchbetriebe teilweise auch Joghurt, Quark, Molke und weitere Milcherzeugnisse an.

    Hinweis: Weitere Informationen finden Sie in unseren Verarbeitungsrichtlinien Milch (92 kB) und im Bioland informiert Die Vielfalt der Milch (395 kB).