Bioland-Nützlinge

Fressen für das Gleichgewicht.

Der Regenwurm bei der Arbeit: Graben, lockern und durchlüften (Foto: Bioland e.V.)
Von Regenwurm bis Marienkäfer:
Auf unseren Höfen leben Helfer, die unscheinbar sind, aber essentiell für das ökologische Gleichgewicht. Sie bestäuben Blumen, verbessern den Boden oder vertilgen Schädlinge – und das ganz natürlich und ohne Chemie.

Schädlinge, Nützlinge – eine Frage des Gleichgewichts

Bioland-Bauern verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Schädlinge als Teil der Natur akzeptiert. Darum versuchen sie nicht, sie mit Chemikalien vollständig von Pflanzen fernzuhalten. Stattdessen kontrollieren sie die Zahl der Schädlinge mit ihren natürlichen Feinden: den Nützlingen. So wird ver- hindert, dass die Schäden an Nutzpflanzen zu groß werden. Der Vorteil: Es bleiben keine Rückstände an den Pflanzen und die Umwelt wird nicht belastet.

Hand in Hand mit der Natur, egal ob drinnen oder draußen

Beim biologischen Pflanzenschutz kann man zwi- schen Gewächshaus und Freiland unterscheiden. Im Freiland fördern unsere Bauern Nützlinge, indem sie auf Pestizide verzichten, Rückzugsräume für Insekten schaffen genauso wie Brutmöglichkeiten für Vögel. Im Gewächshaus setzen sie oft extra Nützlinge ein: Das sind Insekten, die von spezialisierten Nützlings- firmen gezüchtet werden.

Der beliebteste Schädlingsregulierer ist der Marienkäfer. Er ernährt sich unter anderem von Blattläusen, einem weit verbreiteten Pflanzenschädling. Bis zu 600 Stück kann eine Marienkäferlarve verdrücken. Hilfe bekommt sie durch die Gallmücke, deren Larven auch Blattläuse fressen, und vor allem auch durch die Florfliege: Ihre Larven ernähren sich nicht nur von Blatt-, sondern auch von Schild- und Schmierläusen. Dazu gibt es eine Vielzahl weiterer Helfer: Schlupfwespen vertilgen die schädliche weiße Fliege, Raubvögel jagen Nager wie Mäuse und Sing- vögel wie die Meisen verspeisen unterschiedlichste Insekten, die als Schädlinge unterwegs sind.

Vielen Dank für die Blumen: Bestäuber und Bodennützlinge

Neben den Schädlingsregulierern gibt es Nützlinge, die essentiell sind für das Wachstum der Pflanzen  und das generelle ökologische Gleichgewicht. Auf  der einen Seite die Regenwürmer: Sie graben Röhren in den Boden und lockern und durchlüften ihn so. Gleichzeitig reichern sie auch den Humus mit Pflan- zennährstoffen an. Für die Landwirtschaft ist der Regenwurm darum unverzichtbar!

Ebenso wichtig sind Bestäuber wie Bienen, Hummeln und manche Schmetterlinge: Bei ihrer Suche nach Nektar fliegen sie von Blüte zu Blüte und bestäuben dabei die Pflanzen. Und ohne Bestäubung – keine Frucht! Sie sind also wichtige Dienstleister, ohne die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung kaum möglich ist.

Der frühe Wurm ...

Bioland als  Vorreiter: Unsere Bauern waren und sind Vorreiter in der  Entwicklung von  Nützlingskulturen zum Einsatz gegen Schädlinge. Heute sind diese natürlichen Methoden so erfolgreich, dass sie  auch im  konventionellen Garten- und Landbau etabliert und im  Einsatz sind.