Bioland-Masthühner

Frischluft und Sandbad satt!

Im Sand baden oder im Boden nach Würmern scharren und alles von einem Ast oder einer Stange aus der Vogelperspektive betrachten, das machen die Hühner am liebsten. All diese Bedürfnisse erfüllen unsere Bioland-Geflügelhalter den Bioland-Masthühnern, ob im mit Stroh eingestreuten Stall, im Grünauslauf oder im Wintergarten.

Sonnenschein oder Schmuddelwetter - nichts hält die Tiere davon ab sich regelmäßig draußen im großzügig gestalteten Wintergarten oder Grünauslauf auszutoben und frische Luft zu schnappen. Das stärkt ihre Abwehrkräfte.

Engpass beim Eiweiß

Bioland-Masthähnchen brauchen neben viel Betreuung in erster Linie hochwertiges Futter.

Auf dem Speiseplan der Tiere steht vor allem Getreide, Eiweißpflanzen wie Erbsen, Ackerbohnen und Presskuchen von Sojabohne, Raps oder Sonnenblumen in Bio-Qualität. Hochverdauliches Mastfutter mit Wachstumsförderern, gentechnisch veränderte Futtermittel, künstliche Aminosäuren, Fischmehl oder synthetische Zusatzstoffe sind bei Bioland tabu.

Zur Abrundung der erforderlichen Nährstoffversorgung benötigen die Bioland-Masthähnchen ein wenig hochwertiges Eiweiß wie z. B. Kartoffeleiweiß oder Maiskleber. Aufgrund nicht ausreichender Mengen dieser Eiweißquellen in Bio-Qualität dürfen Biobetriebe bis zu 5 Prozent konventionelle Eiweißfuttermittel verfüttern. Das gilt bei Bioland nur für konventionelles Kartoffeleiweiß oder Maiskleber.. Bioland-Betriebe versuchen das benötigte Eiweiß aus heimischem Bio-Anbau zu erzeugen.

Mast ohne Hast

Bioland-Masthühner haben Zeit zum Wachsen. Sie leben meist über 70 Tage - in konventionellen Mastbetrieben hingegen nur 35 Tage.

In der Züchtung der Geflügelrassen dominieren weltweit wenige Unternehmen, die fast ausschließlich schnell wachsende „Hochleistungstiere“ anbieten. In der Bioland-Hähnchenmast werden meist langsam wachsende Tiere eingesetzt, deren gemächliches Wachstum eher an die Möglichkeiten der Biofütterung angepasst ist. Bei der Zucht von neuen Masthähnchen setzen sich die Bioland-Geflügelhalter dafür ein, dass die neuen Linien die notwendigen Eigenschaften wie Robustheit und mäßige Tageszunahmen erfüllen. Die Elterntiere dieser Linien können sich auf natürliche Weise vermehren und somit für Nachkommen sorgen.

Zeit hat ihren Preis

Durch die längere Lebensdauer der Bioland-Masthähnchen ist das Fleisch meist schmackhafter, da es länger gereift ist, aber auch um einiges teurer.

Konventionelle Hähnchenmast
Bioland-HähnchenmastDarum handeln Bioland-Bauern so
TierbesatzKeine direkte Begrenzung, die ausgebrachte Gülle/Mistmenge pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wird durch die Düngeverordnung begrenzt und damit indirekt die Tieranzahl.Max. 280 Masthühner pro Hektar landwirtschaftlicher NutzflächeMist ist ein wertvoller Dünger, solange das Verhältnis zwischen Mistaufkommen und Bedarf der angebauten Pflanzen ausgewogen ist.
Herden-GrenzeKeine Herdenobergrenze: 20.000 bis 40.000 Tiere pro Stall üblich. Keine Begrenzung der Stallfläche je Betrieb Mastfläche.Max. 4.800 Tiere pro Stall zulässig, max. 1600 m² Mastfläche pro BetriebÜberbesatz fördert Stress und Krankheiten. Der vorgeschriebene Grünauslauf und die Stallfläche begrenzen die Stallkapazitäten / Tieranzahl.

Grün-

Auslauf

Nicht vorgeschrieben.4 m² pro TierDer vorgeschriebene Grünauslauf fördert Verhaltensrepertoire der Tiere und schafft zusätzlichen Bewegungsraum.
Schnäbel kürzenSchnäbel dürfen gekürzt oder touchiert werdenSchnäbel dürfen bei Bioland nicht gekürzt werdenHaltungsbedingungen müssen an das Tier angepasst werden, nicht umgekehrt. Die Verletzung behindert Gefiederpflege und Futteraufnahme.
Mastdauer32 bis 56 Tage, oft nicht mehr als 35 Tage.Einsatz von langsam wachsenden Linien ist zu bevorzugen, werden andere Linien eingesetzt beträgt die Mindestmastdauer: 81 Tage.Die Knochen können sich proportional zur Fleischzunahme entwickeln, Gelenkschäden werden vermieden.