Bioland-Legehennen

Picken und picken lassen.

Bioland-Legehennen im Grünauslauf (Foto: Bioland e.V.)
Im Sand scharren, nach Körnern picken und dann ein ausgiebiges Staubbad: So sieht das Leben eines Bioland-Huhns aus. Wir versuchen, unsere Tiere so artgerecht wie möglich zu halten, das heißt in kleinen Herden und mit viel Platz.

Denn artgerecht schmeckt man: Das Beste fürs Huhn bringt auch das Beste für den Menschen.

Viel Platz – wenig Stress … und alle profitieren

Hühner sind Vögel. Und Vögel brauchen Platz und Schutz. Einer der wichtigsten Aspekte bei einer gesunden Hühnerhaltung ist deshalb, dass auf den Außenflächen genug Bäume und Büsche stehen. Das macht die Hühner zufrieden: Die Versteckmöglichkeiten beruhigen sie, weil sie von Natur aus ständig auf der Hut sind.

Bäume und Büsche sorgen aber auch dafür, dass sich die Hennen und Hähnchen überall verteilen – das ist gut für den Boden, weil so kein Fleck überdüngt wird. Und der Auslauf ist sehr gut für das Wohlbe- finden der Tiere. Die frische Luft, die Sonne, die Bewegung und das grüne Gras stärken die Abwehrkräfte und fördern die Gesundheit – darum kann in der Regel auf Antibiotika verzichtet werden. Das ist schließlich auch gut für die Menschen. Regen und Schnee mögen Hühner gar nicht, deshalb gibt es für Bioland-Hühner auch noch einen Wintergarten mit viel Auslauf und einen Stall mit genügend Platz.

Wirtschaftlich und tiergerecht

In der ökologischen Hühnerhaltung sehen wir noch viele Aufgaben vor uns, um zu besten Lösungen zu kommen. Denn unsere Höfe müssen wirtschaftlich existenzfähig arbeiten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden. Intensiv arbeiten wir in Fachgruppen mit den Bioland-Fachberatern für Geflügel und mit der Forschung an neuen Lösungen. In sogenannten „Hühnermobilen“ leben Hühner und Hähne in einer Art Wohnwagen, der regelmäßig weiter fährt, damit die Tiere immer frisches Gras haben. Mit solchen technischen Entwicklungen werden wir den Bedürfnissen der Tiere sehr viel gerechter.

Ei oder Fleisch?

Ein weiteres Thema sind die Hühnerrassen: Sie wurden so gezüchtet, dass sie viele Eier legen oder schnell Fleisch ansetzen. Das führt in der Geflügelwirtschaft dazu, dass bei Legehennen die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet werden. Bioland-Legenhennenhalter setzen daher generell auf eine längere Lebenszeit der Hennen. Kann diese zum Beispiel um 50 % verlängert werden, müssen auch 50 % weniger männliche Küken sterben.

Eine andere Lösung ist die Aufzucht der männlichen Legehennenküken. Dies gelingt bereits gut durch wirtschaftliche Unterstützung seitens der Verbraucher – denn dieses ethische Engagement der Bioland-Bauern bringt bedeutende Kosten mit sich.

Einige Bauern engagieren sich auch in der Haltung alter, sogenannter Zweinutzungsrassen oder der Entwicklung neuer Rassen, die unseren ethischen Vorstellungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Diese legen zwar weniger Eier, setzen aber mehr Fleisch an. Schon jetzt leben Bioland-Masthühner doppelt so lang wie ihre konventionellen Kollegen – und das in einer artgerechten Umgebung, mit Auslauf, Grün und bestem Biofutter.

Die Tiere zählen – und nicht nur der Profit

Für den Profit  ist das zwar schlechter, dafür aber gut für Tiere, die Umwelt und auch uns Verbraucher – denn was  ist am Ende mehr wert als Qualität und ein gutes Gefühl? Im Übrigen sind wir überzeugt davon, dass auf Dauer eine solche Veränderung  des landwirtschaftlichen Wirtschaftens nicht nur fairer und gesünder ist, sondern auch betriebswirtschaftlich die bäuerliche Zukunft nachhaltig sichert.

Konventionelle Legehuhnhaltung Bioland-Legehuhnhaltung Darum handeln Bioland-Bauern so
Tiere pro HektarMaximal 500 Legehennen pro Hektar bei landwirtschaftlichen BetriebenMaximal 140 Legehennen pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche Mehr als DREI mal so viel Platz wie für konventionelle Hennen.
GrünauslaufNicht vorgeschrieben. Bei Freilandhaltung 4 m² pro Tier - jedoch häufig ohne Verstecke. Mindestens 4 m² pro Tier – inklusive Möglichkeiten zum Verstecken. Bei Bioland haben die Tiere ganzjährigen Auslauf! Das fördert das Immunsystem. Pflanzen bieten den Hennen Schatten sowie Sichtschutz vor Greifvögeln.
Platz im Stall Bei Kleingruppenkäfigen leben bis zu 12,5 Tiere auf 1 m².Höchstens 6 Tiere pro m² begehbarer Stallfläche. Dazu gibt es einen überdachten Schlechtwetter-auslauf.Die Tiere haben mehr Platz – und weniger Stress. Es gibt Ruhebereiche und die Rangordnung kann eingehalten werden.
SchnäbelBeschnittene oder touchierte Schnäbel sind die Regel. Weder Schnäbel noch Krallen werden gestutzt.Gesunde Schnäbel sind wichtig für die Pflege des Gefieders und zum picken von Körnern. Bei artgerechter Haltung brauchen die Schnäbel nicht beschnitten zu werden.