Kontrollen allein schützen die Biobranche nicht vor Betrug (Symbolbild: imago)
27.04.2016
Kommentar

Kontrolle ist nicht alles

Keine Frage - es ist wichtig, die Einhaltung der EU-Ökoverordnung und der Standards von Bioanbauverbänden wie Bioland oder Demeter streng zu kontrollieren. Kontrollen allein schützen die Biobranche allerdings nicht vor Betrugsfällen und Skandalen. Von Gerald Wehde

Alle Erzeuger, Hersteller, Handel, Zertifizierer und Bioverbände tragen gemeinsam Verantwortung für das Ansehen von Biolebensmitteln bei den Verbrauchern. Sie müssen mehr tun, als der Staat vorschreibt. Qualitätssicherungssysteme sind nötig - vor allem bei ausländischer Rohware wie Soja, Sonnenblumen oder Getreide.

Dazu gehören vor allem direkte Lieferbeziehungen mit Auslandsbetrieben. Denn Betrugsware wird oftmals über viele Zwischenhändler in mehreren Staaten gehandelt. Es reicht nicht, sich beim Kauf von Auslandsware nur auf ein vorgelegtes Bio-Zertifikat zu verlassen. Hersteller und Händler, die sich weitere Marktanteile über eine solche Billig-Bio-Strategie sichern wollen, machen einen Fehler. Sie landen beim Einkauf immer beim billigsten Angebot. So sinkt die Glaubwürdigkeit in Bio, weil die Importquoten und das Skandalrisiko weiter steigen. Zum Schaden der gesamten Branche. Und die deutsche Bioproduktion kommt so auch nicht voran.

Handel und Hersteller müssen vor allem mehr tun für heimisches Bio. Das bedeutet: dauerhafte Lieferbeziehungen zu fairen Preisen aufzubauen – und dies möglichst regional. Und die besonderen Qualitäten und Besonderheiten heimischer Ware auch zu kommunizieren. Dafür bekommen Hersteller und Handel auch etwas: höhere Qualitäts- und Kontrollstandards in Erzeugung und Verarbeitung bieten mehr Schutz vor Skandalen als frei gehandelte Auslandsware von irgendwoher.  

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