Was passiert jetzt mit meinem Weihnachtsbaum? (Foto: imago)
27.12.2016
Weihnachtsbaum

Und tschüss!

Weihnachten ist vorbei, und der Christbaumschmuck wird langsam eingepackt. Abschiedszeit! Millionen Bäume landen zu Beginn des neuen Jahres wieder auf dem Bürgersteig. Und dann? Von Julia Romlewski

Irgendwie ist es schon ein trauriger Anblick: Nach Weihnachten sieht man überall ausrangierte Weihnachtsbäume herumliegen. Entweder holt die Stadtreinigung - auf dem Land auch die Freiwillige Feuerwehr - die Bäume ab oder es gibt Sammelstellen, wo man seine Tanne kostenlos abgeben kann.

Meistens werden die Tannen und Fichten geschreddert und kompostiert. Oder sie kommen als Brennmaterial in ein Holzkraftwerk - so wird es etwa in Berlin gemacht. Und die rund 300.000 Bäume, die die Hamburger jedes Jahr auf den Bürgersteig stellen, werden zu Humus und Biogas. Im Biogas- und Kompostwerk Bützberg ist man auf die vielen Hamburger Bäume zu Jahresbeginn eingestellt. "Eine Versauerung durch die Tannennadeln konnten wir in den 21 Jahren Betriebszeit in der Kompostierung bisher nicht feststellen", sagt Andree Möller, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg. Sowieso wird nur ein Teil sofort kompostiert, der Rest erst einmal eingelagert. Und die meisten Nadeln landen dann gar nicht im Kompost. Man schneidet sie ab und mulcht Blaubeersträucher damit. Denn die lieben einen sauren Boden. 

Wer einen Garten hat, kann den Weihnachtsbaum natürlich auch selbst schreddern und kompostieren. Oder mit den Zweigen die Beete vor Frost schützen. Hat man eine Tanne im Topf gekauft, sollte man sie höchstens eine Woche drinnen behalten. Sie vom warmen Wohnzimmer direkt in die Kälte hinauszubringen, ist allerdings keine gute Idee. Am besten gönnt man ihr noch ein paar Tage zum Akklimatisieren im Flur oder in der Garage - egal, ob man sie dann mit Topf ins Freie bringt oder auspflanzt.

Allerdings sind Nadelbäume im eigenen Garten nicht jedermanns Sache. Sie werden riesig, werfen Schatten, vermoosen und versauern den Boden. Also lieber ab in den Wald damit? Ob der Förster sich darauf einlässt, ist Glückssache. "Es gibt keine dienstliche Regelung dafür, sodass letztlich jeder Forstamts- oder Revierleiter selbst entscheiden kann, ob er einen Baum annimmt und die geeigneten Standorte für eine Fichte oder Tanne hat", erklärt Förster Alexander Leonhard aus Rheinland-Pfalz.

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