08.05.2018
Beispiele aus der Forschung

Erstaunliches über Tomaten, Bohnen und Co.

Pflanzen helfen einander, sind aufmerksam, schützen Verwandte und rufen in jeder Situation genau die richtigen Verbündeten herbei. Vier Beispiele. Von Julia Schreiner

Aufmerksamkeit: Tabakpflanzen sind fruchtbarer und abwehrbereiter, wenn sie neben Wüstensalbei stehen, dem Schädlinge bereits zugesetzt haben. Der Tabak befindet sich dann sozusagen in einem ständigen Alarmzustand und wird von Fressfeinden nicht kalt erwischt.

 

Nachbarschaftshilfe: Ähnliches konnte man auch bei Tomatenpflanzen beobachten: Sie sind robuster, wenn sie über unterirdische Pilznetzwerke mit anderen Tomaten verbunden sind, die unter Blattfäule gelitten haben. Ihr Immunsystem ist dann offenbar in Habachtstellung.

 

Verwandschaft: Pflanzen können auch zwischen Verwandten und Fremden unterscheiden. Der Meersenf ist bekannt dafür, dass er besonders aggressiv Wurzeln ausbildet und mit den Nachbarn um die knappen Rohstoffe in seinem kargen Lebensumfeld kämpft. Umgeben von eigenen Klonen hält er sich hingegen mit den Eroberungszügen zurück und teilt.

 

 

Abwehrstrategie: Die Kommunikation der Limabohne ist gut erforscht. Knabbert eine Raupe ein Blatt an, löst diese Schädigung am Blatt umgehend Duftalarm aus. Daraufhin beginnen alle Blätter damit, Abwehrstoffe zu produzieren. Der Duft warnt auch die Nachbarpflanzen. Außerdem  produziert sie am Blattansatz Nektar. Das zieht Ameisen an, die Jagd auf die Raupen machen und dafür eine süße Belohnung bekommen. Damit aber nicht genug. Nach ein paar Stunden ruft die Limbabohne mit einer bestimmten Duftnote auch noch Schlupfwespen herbei. Die legen ihre Eier in die Raupen. Wer sie angreift, erkennt die Bohne am Speichel der Insekten. Hat sie ein Problem mit Spinnmilben, ruft sie nicht nach Wespen, sondern nach Raubmilben.

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