Schnecken können die Freude am Garteln ziemlich trüben (Foto: imago)
30.05.2017
Tipps gegen Schnecken

Entspannt garteln

Ein Allheilmittel gegen Schnecken kennen wir auch nicht. Trotzdem muss man ihnen den Garten nicht kampflos überlassen. Ein paar Tricks gibt es schon. Gift muss nicht sein.

Natürliche Gegenspieler fördern: Amseln, Frösche, Kröten, Eidechsen, Laufkäfer und Igel haben Schnecken oder Schneckeneier auf dem Speiseplan. Sie lockt man am ehesten in den eigenen Garten, wenn man einige Ecken naturbelassen lässt. Igel siedelt man am besten im Herbst an, wenn sie auf der Suche nach einem Winterquartier sind. Ein paar Haufen Laub oder Reisig können auf Igel sehr einladend wirken.

Richtig gärtnern: Salat und Gemüse sollte man möglichst nicht direkt neben Hecken, Kompost oder dem Gartenteich anpflanzen, wo sich Schnecken gerne tummeln. An Lauch, Tomaten oder Zwiebeln gehen Schnecken kaum. Auch Kapuzinerkresse, Lavendel oder Ringelblumen kann man an kritischen Stellen einsäen. Oder man setzt auf alte Salatsorten mit mehr Bitterstoffen, was Schnecken auch nicht so mögen. Man sollte außerdem besser morgens als abends gießen, um die nachtaktiven Schnecken nicht anzulocken. Das Foschungsinstitut für biologischen Landbau rät dazu, Kompost im Frühherbst auszubringen, weil er dann am wenigsten Schneckeneier enthalte. Auf den Beeten besser nicht mulchen. Mulch bietet den Schnecken nur feuchte Unterschlupfmöglichkeiten.

Absammeln: Es hilft nichts, Absammeln gehört in der Regel zum Garteln dazu, wenn man auf Gift verzichten will. Am besten klaubt man die Schnecken frühmorgens oder abends ab. In ausgewachsenen Salatköpfen wird man oft fündig, da wohnen Schnecken gern. Auch unter feuchten Brettern verstecken sie sich oft. Weit weg vom Garten aussetzen ist übrigens besser als töten. Denn tote Schnecken locken Artgenossen an.

Im Gewächshaus: Man sollte das Gras drumherum kurz halten und darauf achten, dass das Gewächshaus am Boden dicht schließt. Schnecken stehen auf Gurken, Auberginen und Peperoni. Mit Tomaten wird man wahrscheinlich weniger Probleme haben.

Kupferbänder: Einige Gärtner setzen auf selbstklebende Kupferbänder für Töpfe und Beetumrandungen. Diese werden von Schnecken offenbar ungern überquert. Die Bänder sollten aber rund drei Zentimeter breit sein, sonst wirken sie nicht.

So lieber nicht!

  • Schneckenbrühe - ein Absud aus toten Schnecken - sollte man aus hygienischen Gründen lieber nicht über Salatköpfe und alles, was man noch essen will, kippen.

  • Schnecken zu zerschneiden ist auch nicht die beste Idee. Jedenfalls nicht, wenn man sie tot herumliegen lässt. Das lockt nämlich nur wieder andere Schnecken an. Netter ist es, sie irgendwo auszusetzen, wo sie nicht stören.

  • Keine gute Idee ist es außerdem, die Schnecken mit Bioabfällen und Kleie vom eigenen Gemüsebeet abzulenken. Kurzfristig klappt das zwar, das Futter lockt jedoch weitere Schnecken an, die dann doch an Salat und Gemüse gehen. Wie man es besser macht, erklärt Schneckenflüsterer Posavac im Interview.

Schutzstreifen: Schnecken meiden trockenen Boden, weil sie ihn erst mit einer Extraportion Schleim passieren können. Von Sägemehl oder Holzwolle in einem Radius von mindestens 30 Zentimetern um die Pflanzen sind sie wenig begeistert. Rund um die Beete kann man zur Abschreckung auch Blumen und Kräuter pflanzen, um die Schnecken eher einen Bogen machen. Davon gibt es reichlich. Kamille, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Ringelblumen oder Schafgarbe zum Beispiel. Man kann auch mit Tomatenzweigen oder Farnkraut mulchen. Auch Schutzstreifen aus Schafwolle sollen gut wirken.

Schutzanstrich Schnexagon: Töpfe und höhere Beetumrandungen kann man mit einem ungiftigen Antihaftanstrich  bestreichen. Der nicht ganz günstige Anstrich wirkt wie eine spiegelglatte Straße - die Schnecken rutschen ab.

Kaffee: Angeblich hilft auch Koffein gegen Schnecken. Dazu mischt man fertig gebrühten Kaffee und Wasser im Verhältnis 1:5 und besprüht den Boden rund um die Pflanzen. Das vertragen aber nicht alle Pflanzen - also erst einmal vorsichtig anwenden!

Bierfalle: Auf kleinen abgeschlossene Flächen (etwa innerhalb des Schneckenzauns) kann man auch einen halbvoll mit Bier gefüllten Becher in den Boden eingraben. Der Becherrand sollte etwa einen Zentimeter vorstehen, damit keine Nützlinge ertrinken. Auf offenen Flächen lockt das Bier mehr Schnecken an als gefangen werden. Das Bier sollte man alle zwei Tage wechseln. Nicht ganz billig.

Nematoden: Diese Fadenwürmer kann man als Präparat in Tonmaterial kaufen, in Wasser auflösen und über den Boden gießen. Die Parasiten dringen durch die Atemöffnung  in die Schnecken ein und geben Bakterien ab, die  langsam zum Tod der Schnecken führen. Am besten bringt man die Parasiten einige Tage vor dem Aussetzen der Pflanzen aus. Da die Würmer nur im feuchten Boden lebensfähig sind, befallen sie ausschließlich Schneckenarten, die dauerhaft in der Erde leben - die Ackerschnecke etwa. Der umtriebigen Spanischen Wegschnecke kommt man damit zwar eher nicht bei, aber die unter Naturschutz stehenden Weinbergschnecken gefährdet man dadurch nicht.

Biologische Präparate: Im Ökolandbau zugelassene Antischneckenmittel sind Ferramol Schneckenkorn und Sluxx HP. Diese umweltverträglichen Präparate sind auf Eisen-III-Phosphatbasis. Sie führen zum Tod der ungeliebten Schnecken, sind aber für Menschen und Nützlinge wie den Igel harmlos. Der Wirkstoff verursacht Zellveränderungen im Kropf und Mitteldarm. Die Schnecken ziehen sich dann zum Sterben in ihre Verstecke zurück. In der Erde wird Eisen-III-Phosphat in die Pflanzennährstoffe Eisen und Phosphat umgewandelt. Für viele Erwerbsgärtner ist das "Bio-Schneckenkorn" das Mittel der Wahl, da sie sich keine Ernteausfälle leisten können. Im Hobbygarten eher übertrieben. 

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