Familienbetrieb mit langer Tradition

Betriebsspiegel:

  • 40 ha Ackerbau, davon ¾ ha vielseitiger Gemüsebau
  • Hühner, Schweine, Schafe
  • Streuobstwiesen und Nutzung des Obstes
  • Hofbäckerei- und Hoffleischerei
  • Direktvermarktung und Belieferung von Läden in der Umgebung

Vielfalt auf Acker und Wiesen

Bioland-Hof Voigt in Thüringen

Vielseitiger Familienbetrieb

Seit 1575 ist Hof Voigt im thüringischen Ort Willschütz schon in Familienbesitz. 1991 entschied sich Familie Voigt, den Betrieb auf ökologischen Landbau nach Bioland-Richtlinien umzustellen. Wie es früher in der Region typisch war, ist der Hof sehr vielseitig und eher kleinstrukturiert. Neben Getreide bauen die Voigts Kartoffeln und Gemüse an. Eine Zuchtsau und ihre Nachzucht, 200 Legehennen und sieben Schafe machen den Tierbestand des Bio-Hofes aus. Das eigene Getreide wird auf dem Hof aufbereitet und zum Teil in der Hofbäckerei verbacken. Im Schlachtraum werden etwa 16 Mastschweine pro Jahr geschlachtet und zu Wurst verarbeitet.

Anbauvielfalt auf dem Gemüseacker

Bunt ist auch die Vielfalt auf dem Gemüseacker: Über 30 Arten baut Familie Voigt übers Jahr gesehen an. Frühe Salate, Kräuter, Radieschen, Spinat und zarter Kohlrabi sind die ersten Ernteprodukte im Frühjahr. Möhren, Zwiebeln, Zucchini und viele Arten mehr werden den Sommer hindurch frisch für Hofladen und Marktstand geerntet. Gurken, Tomaten und Paprika wachsen geschützt in den beiden Folientunneln. Im Herbst sind die Kürbisse ein wichtiges Produkt, gefolgt von Wintergemüse wie Wirsing, Rosenkohl und Pastinaken. Hinzu kommen fünf Sorten Kartoffeln auf vier Hektar Fläche. Die Kunden von Hofladen und Wochenmarkt schätzen die große Auswahl saisonaler Produkte, die Frische und Qualität bei den Produkten der Familie Voigt.

Lebensvielfalt auf der Streuobstwiese

Typisch für einen thüringischen Bauernhof sind die Streuobstwiesen mit Hochstamm-Obstbäumen, die bei Voigts direkt am Hof liegen. Die Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Walnüsse werden im Hofladen und auf dem Wochenmarkt verkauft. Ein Teil des Obstes verarbeiten die Betriebsleiter zu Most.

Früher waren Streuobstwiesen häufig. Sie dienten sowohl den Menschen zur Obsternte als auch vielen Tieren als Lebensraum. In der Entwicklung zu einer immer intensiveren Landwirtschaft störten die Bäume vielfach auf den Wiesen, so dass immer mehr Streuobstwiesen verschwanden. Unter Naturschutzaspekten sind Streuobstwiesen sehr wichtig: Es können dort ca. 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten vorkommen. Siebenschläfer, Igel, Amphibien, wie Erdkröten und Grasfrösche finden dort ebenso einen Lebensraum wie Steinkauz, Wendehals und viele Singvogelarten (z. B. Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper). Ein ideales Biotop ist die Streuobstwiese für den Admiral. Dieser Schmetterling ernährt sich von gärenden Früchten. Flechten und Moose besiedeln die Baumstämme. Durch lichte und schattige Bereiche sowie feuchte Stellen ist die Vielfalt an Grünlandpflanzen und Wildkräutern hoch.

Der Bioland-Hof der Familie Voigt ist einer von über 200 Betrieben im Netzwerk „Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau“, einem Projekt aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau (www.demonstrationsbetriebe.de). Er öffnet seine Türen gerne für Besuchergruppen, um diesen den ökologischen Landbau näher zu bringen. Kontakt: Volkmar Voigt, Tel. 036694-22847

Wiebke Koppe, Koordinationsstelle der Demonstrationsbetriebe und KÖN

Foto: Voigt