Betriebsspiegel:
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Landschaftspflegehof Tütsberg in der Lüneburger Heide
Landschaftspflegehof Tütsberg in Schneverdingen
Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, in der Nähe von Soltau liegt der Hof Tütsberg. Seit 1999 bewirtschaftet Betriebsleiter Dr. Andreas Koopmann die inzwischen 360 ha große Ackerfläche des Hofes nach Bioland-Richtlinien. Die Heidelandschaft bietet Lebensraum für viele und seltene Pflanzen- und Tierarten. Die Rodung der Wälder für Brennholz und die landwirtschaftliche Nutzung der Allmende als Viehweide bis ins 19. Jahrhundert hatten großen Einfluss auf die Entwicklung der Heidelandschaft. Nach den Rodungen konnte sich der Heidestrauch auf den lichteren Flächen verbreiten und hielt dem Verbiss durch das Vieh stand. So entstand ein einmaliges Landschaftsgebiet, das besonders im Spätsommer unzählige Besucher anzieht.
Pflege zum Erhalt des Lebensraums Heidelandschaft
Der Landschaftspflegehof Tütsberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Naturschutzflächen mit einer angepassten und ökologischen Bewirtschaftung zu pflegen. Damit trägt er in hohem Maße zum Erhalt des einzigartigen Lebensraumes Heide für Pflanzen und Tiere bei. Die „Grauen Gehörnten Heidschnucken“ vom Hof Tütsberg (2.500 Muttertiere und ihre Nachzucht) spielen dabei eine entscheidende Rolle. Durch die Beweidung der Heidegebiete mit diesen kleinen, genügsamen Schafen, die dem europäischen Wildschaf sehr nahe kommen, werden Grasarten zurückgedrängt, die ansonsten dem Heidekraut Konkurrenz machen würden. Der Verbiss trägt zur Verjüngung der Heidesträucher bei, die ohne Pflege zu schnell verholzen und absterben würden.
Eine Rasse von der „Roten Liste der gefährdeten Haustierrassen“ steht auf Hof Tütsberg ebenfalls im Fokus: Auf den Naturschutzflächen leben 15 Dülmener Wildpferde, von denen es heute insgesamt nur noch etwa 440 Tiere gibt. Mit der Zucht dieser Pferde, darunter ein eigener Zuchthengst, will der Betrieb einerseits zum Erhalt der Rasse beitragen. Zum anderen leistet die Beweidung durch die Pferde auch einen Beitrag zur Landschaftspflege der Heidegebiete.
Auf den armen Sandböden werden über 15 verschiedene Kulturen und Sorten angebaut, die zu dem besonderen Standort passen und zum Teil typisch für die Region sind oder waren. So wächst dort zum Beispiel Sandhafer (Avena strigosa), der früher eine häufig angebaute Heidekulturpflanze war und mit sehr nährstoffarmen Boden zurecht kommt. „Norddeutscher Champagnerroggen“, zum Teil für die Schnapsbrennerei, Nacktgerste und Buchweizen sind weitere spezielle Kulturen. Auf einem kleinen Teil der Ackerfläche demonstriert Hof Tütsberg die historische Heidebauernwirtschaft mit 10-jähriger Fruchtfolge: vier Jahre Roggen, dann Sandhafer, Buchweizen, vier Jahre Dreesch (Ackerhutung aus Selbstbegrünung) und einmalige Plaggenmistdüngung zu Beginn der Rotation. Auf diesen Flächen stellte sich die typische Ackerbegleitflora für nährstoffarme Standorte wieder ein. Aber auch bei den erwerbsmäßig genutzten Äckern von Hof Tütsberg ist die Vielfalt hoch: so wurden bei einer Kartierung auf den Äckern und Ackerrändern 195 verschiedene Pflanzenarten gefunden.
Anfang 2008 hat die Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide den Landschaftspflegehof Tütsberg (bei Schneverdingen) vom Verein Naturschutzpark e.V. übernommen.
Der Betrieb ist einer von über 200 Betrieben im Netzwerk „Demonstrationsbetriebe ökologischer Landbau“, einem Projekt aus dem Bundesprogramm Ökologischer Landbau (www.demonstrationsbetriebe.de). Er öffnet seine Türen gerne für Besuchergruppen, um diesen den ökologischen Landbau und Landschaftspflege näher zu bringen. Kontakt: koopmann @ verein-naturschutzpark.de, Tel. 05199-298.
Wiebke Koppe KÖN


