Peter Nußbaumer
Vorderreute 7
87534 Oberstaufen
Tel. 08386/4792
Betriebsspiegel:
Größe: 58 ha, komplett Grünland, davon 9 ha Streuwiesen Tierbestand: 35 Milchkühe (Braunvieh), 35 Jungrinder, 1 Zuchtbulle; 15 Legehennen; 4 Mutterziegen Betriebsschwerpunkte: Milcherzeugung und Käserei |
Bioland-Betrieb Nußbaumer
Streuwiesenbewirtschaftung
In Oberstaufen im Allgäu hat Peter Nußbaumer seinen Betrieb. Er bewirtschaftet 58 Hektar Weiden und Wiesen, neun Hektar davon als Streuwiesen. Streuwiesen gibt es nur noch wenige, sie sind für den Naturschutz aber sehr wertvoll. In Regionen, in denen mangels Ackerbau das Stroh fehlt, werden Streuwiesen genutzt, um Einstreumaterial für den Tierstall zu gewinnen. Diese Wiesen sind für die Beweidung oder den Futterschnitt ungeeignet, etwa weil der Aufwuchs zu grobstängelig oder dornig ist und deshalb von den Tieren nicht gefressen wird. Heute wird die Streuwiesennutzung durch den Vertragsnaturschutz gefördert. Von seinen Streuwiesenflächen kann der Betrieb Nußbaumer 30 bis 40 Prozent seines Einstreubedarfs decken.
Der größte Teil der Streuwiesen befindet sich im Sinswanger Moos am westlichen Rand des Landkreises Oberallgäu, einem Niedermoorgebiet bei Markt Oberstaufen. Eine weitere Fläche liegt im Vernässungsbereich des Moosbaches, ein Gewässer, dass das Sinswanger Moos speist. Die Flächen befinden sich auf ca. 800 m Höhe im Bereich der Jungmoräne.
Der Betriebsleiter lagert die gesamte Streue auf einem separaten Streuestock und verbraucht sie über die Wintermonate im Stall. Er streut damit die Liegeflächen eines Tretmistlaufstalles für die Kühe, die Nachzucht und den Zuchtbullen ein. Die Tiere erhalten im Winter betriebseigenes Heu, Mineralfutter und zugekauftes Quetschgetreide. Wenn im Frühjahr die Streue zur Neige geht, werden die Tiere wieder auf die Weide getrieben. Auch dort erhalten sie zusätzlich Heu und Mineralfutter.
Die Streue zu gewinnen ist ein relativ arbeitsaufwendiger Prozess. Der Aufwuchs der Streuweisen wird mit einem Doppelmesserbalkenmähwerk gemäht und anschließend in Schwad gelegt. Sobald die Streue trocken ist, wird sie abgefahren und auf eine Länge von 30 cm geschnitten. So ist sie später im Stall gut saugfähig. Anschließend kommt das Streumaterial auf den Streuestock, von wo sie mit einem Greifer entnommen werden kann. Notwendig ist, im Wechsel mit der Wiesenstreu auch Stroh einzustreuen, um eine guten und strukturierte Mistmatratze zu erhalten.
Das Streumaterial der Streuwiesen passt optimal in die Kreislaufwirtschaft des Betriebs. Die Mischung aus Wiesenstreu und Stroh ergibt einen sehr guten, geschmeidigen Rottemist mit guter Düngewirkung. Zudem dient sie der Landschaftspflege der Niedermoorwiesen. Hier finden sich Pflanzenarten wie Schwalbenwurz-Enzian, Mehlprimel, Frühlings-Enzian und der Weiße Germer. Auch seltene Vogel-, Insekten- und Amphibienarten können auf Streuwiesen wegen der späten und extensiven Nutzung leben.
Im Durchschnitt der Jahre liegt der Ertrag bei 33 dt Trockensubstrat/Hektar Die Streue ist reich an Gräsern mit geringem Schilfanteil. Beim Einstreuen wird sie vom Jungvieh teilweise gefressen. Durch die regelmäßige Beerntung kann der größte Teil der Flächen gut befahren werden. Nur eine kleine Teilfläche von ca. 0,3 ha wird von Hand beerntet. Für alle Flächen werden im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogrammes (VNP) Erschwerniszulagen gewährt.



