Gabriele Pauly
57271 Hilchenbach-Lützel
Im Stillen Winkel
Tel:(02733) 3846
Fax:(02733) 12679
info@kraeuterey.de
Betriebsspiegel:
2000 qm Kräutergarten
500 qm Gewächshaus
ca. 500 Sorten Kräuter
Jungpflanzen und Saatgut
Vermarktung ab Gärtnerei, Versand, Märkte und Veranstaltungen
Reservat für Duft-, Heil- und Küchenkräuter
Seit 1996 betreibt Gabriele Pauly im rauen Klima des Rothaargebirges im Südosten Nordrhein-Westfalens eine Kräuter-Gärtnerei, die nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet wird. Ohne Giftspritze und ohne synthetische Düngemittel zieht die begeisterte Kräutergärtnerin in Gewächshaus und Freiland die verschiedensten Duft-, Heil- und Küchenkräuter. „Manch einer will es ja nicht glauben, aber es gelingt mir tatsächlich, fast 500 verschiedene Kräuter aus fünf Kontinenten in einer einzigen Klimazone ohne chemische Hilfsmittel heranwachsen zu lassen“, erklärt Gabriele Pauly stolz. Seit dem vergangenen Jahr bietet die Kräuterey Lützel nicht nur Kräuter, sondern außerdem ein recht unfangreiches Sortiment an Kräuter-Samen an. „Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es inzwischen 140 verschiedene Arten und Sorten. Diese haben wir hier in der Kräuterey Lützel alle eigenhändig gewonnen. Somit kann ich das Saatgut - wie meine Pflanzen auch - mit dem Zusatz "Bio" versehen. Die Samen stammen von standortangepassten Freiland-Pflanzen, obwohl ich in meiner Höhenlage vom Klima nicht wirklich begünstigt bin“, erklärt Gabriele Pauly.
Küchen- und Wildkräuter
Unter den vielen Kräutern im 2000 Quadratmeter großen Garten und im Gewächshaus mit seinen 500 Quadratmetern findet sich eine Vielzahl an Würzpflanzen, die heute in der Küche - egal ob heimisch, mediterran oder exotisch - eingesetzt werden. „Diese Pflanzen bilden die wirtschaftliche Grundlage meines Betriebs“. Darüber hinaus wachsen in der Kräuterey viele heimische Kräuter, die in ihrem Bestand bedroht sind. „Die Vielfalt an Wildpflanzen nimmt ja zusehends ab“, beobachtet Gabriele Pauly. „So wuchs hier früher auf den Wiesen oft die wilde Arnika. Die ist aber mittlerweile fast völlig verschwunden, vermutlich aufgrund von Überdüngung der Wiesen und Weideflächen“. Gabriele Pauly besorgte sich Saatgut der wilden Arnika und zog daraus in ihrer Kräuter-Gärtnerei robuste standortangepasste Pflanzen. Naturfreunde und Imker versorgen sich nun in der Kräuterey mit diesen Arnikajungpflanzen und -saatgut, um diese in Feld-, Wiesen- und Waldrändern wieder auszuwildern.
Alte Heilpflanzen
Auch die alten Bauerngärten in der Region stellten früher wichtige Biotope für alte Heil-, Würz- und Duftpflanzen dar. Viele dieser Kräuter drohen in Vergessenheit zu geraten und zu verschwinden. Gabriele Pauly kultiviert etwa 50 Sorten und Arten dieser Pflanzen, um die sich manche Geschichten, Sagen und Anekdoten ranken. Ein Beispiel ist die Eberraute, der vielfältige Heilwirkungen nachgesagt werden. Sie soll nach schweren Krankheiten, etwa nach einer Grippe, den Körper wieder stabilisieren und das Immunsystem stärken. Außerdem gilt sie als Jungbrunnenpflanze, da sie gegen viele Alterserscheinungen vorbeugen soll. Die ein Meter hohe Pflanze mit den zarten gefiederten Blättern und den unscheinbaren gelben Blüten war früher in der Naturmedizin sehr beliebt und in vielen Bauerngärten zu finden, bevor sie durch auffälligere Blühpflanzen verdrängt wurde.
„Viele Heilpflanzen teilen das Schicksal der Eberraute, etwa das Herzgespann, der Eibisch, das Mutterkraut, Wolfstrapp, das Gnadenkraut, die Mariendistel oder der Salbeigamander“, bedauert Kräutergärtnerin Pauly. „Wenn wir uns nicht um den Erhalt dieser Pflanzen bemühen, werden sie ganz in Vergessenheit geraten und verschwinden.“ Sie bietet diese ihren Kunden als Jungpflanzen, teilweise auch als Saatgut, an. Allerdings muss sie immer wieder feststellen, dass die Leute wenig über solche Heilpflanzen wissen und daher diese so gut wie gar nicht nachfragen. Nur wenige Kräuterenthusiasten und manche Naturheilkundler interessieren sich noch für diese alten Heilkräutersorten. „Wenn ich allerdings bei der Gestaltung von Gärten zu Rate gezogen werde, empfehle ich immer wieder diese alten heimischen Pflanzen und dann finden die Leute sie auch interessant und beziehen sie in ihre Planungen ein“, so Gabriele Pauly.





