Ulrike und Dietmar Veith
Am Hasselholz 8
52074 Aachen, Nordrhein-Westfalen
Tel. 0241 - 74156
Fax. 0241 - 7018256
veith-bioland @ t-online.de
Betriebsspiegel:
43 ha Grünland, 3 ha Obst (Streuobstwiese mit Birnen, Kirschen, Äpfeln),
2 ha Biotopfläche (Hecken, Feuchtbiotop, Bruchwald)
20 Mutterkühe (Limousin) mit Nachzucht
10 Pensionspferde
Bienen
Direktvermarktung ab Hofladen
Von Wildbienen, Krummstiel und roten Ochsenkopf
Dietmar Veith, Biologe und Bioland-Bauer, zeigt auf den sandigen Boden, in den dicht an dicht hunderte kleine Löcher gebohrt sind. Immer wieder schweben Insekten heran, um in diesen Löchern zu verschwinden: „Das sind alles Brutröhren“, erklärt Veith. „Hier lebt eine riesige Kolonie von Solitärbienen – ich schätze, so um die vier- bis fünftausend Tiere.“ Die Wildbienenkolonie liegt in einer sandigen Böschung, zwischen einem Waldrand mit Kiefern und Eichen und den Grünlandflächen des Bioland-Hofs Gut Hasselholz. Wildbienen stehen unter Naturschutz, ihre Bestände sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Vor allem die intensive Landnutzung führt dazu, dass die natürlichen Nistgelegenheiten und Nahrungspflanzen für diese Insekten verloren gehen.
Dietmar Veith deutet auf die Bäume über der Wildbienenkolonie. „Die Äste dort oben schneide ich regelmäßig zurück und den Bewuchs unten auf dem Sandboden halte ich ebenfalls kurz. Denn die Insekten brauchen viel Sonne und Wärme, sonst entwickelt sich die Brut nicht“. Bioland-Bauer Veith hat nicht nur die landwirtschaftliche Produktion auf seinem Hof im Blick. Für ihn ist biologische Landwirtschaft untrennbar mit Landschaftspflege und dem Erhalt der Artenvielfalt und des Naturhaushalts verbunden. Und da spielen Solitärbienen zwar keine wirtschaftliche, aber dennoch eine wichtige Rolle – etwa bei der Bestäubung von Obstbäumen und kleinen verstreut wachsenden Wildpflanzen, die wegen ihrer geringen Pollen- und Nektaranteile von den Honigbienen nicht besucht werden. „So tragen die Solitärbienen wesentlich zum Erhalt und zur Vielfalt unserer Wildpflanzen bei“.
Gemeinsam mit seiner Frau Ulrike, einer diplomierten Landwirtin, leitet Dietmar Veith den Bioland-Hof Gut Hasselholz, einen Mutterkuhbetrieb bei Aachen. Der Hof liegt im Süden der alten Kaiserstadt direkt unterhalb des Dreiländerpunkts, an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Das hügelige ausgedehnte Naherholungsgebiet rund um den Hof ist bei Fahrradfahrern, Spaziergängern und Reitern außerordentlich beliebt. Die Veiths bewirtschaften 47 Hektar Grünland, darunter über 25 Hektar Vertragsnaturschutzflächen, welche das Futter für die Limousinherde – 20 Mutterkühe und die Nachzucht – liefert. Limousin-Rinder können auch geringere Futterqualitäten gut ausnutzen und eignen sich deshalb auch zur Beweidung von Naturschutzflächen.
Ein weiteres Standbein des Hofs ist die Pensionspferdehaltung. Außerdem gibt es einen kleinen Hofladen, in dem unter anderem Obst, Fleisch und Honig direkt vermarktet werden.
Vor vier Jahren wurde die alte Hofanlage um einen modernen offenen Laufstall für die Limousin-Herde erweitert. „Damit haben wir ein optimales Verhältnis zwischen Weideflächen, Stallfläche und unseren Absatzmöglichkeiten hier in der Region“, so Dietmar Veith. „Ohne den neuen Stall hätten wir unseren Betrieb nicht weiter wirtschaftlich führen können und wahrscheinlich schließen müssen“. Transparente Holzarchitektur statt trister Betonwände und die Dachbegrünung sorgen dafür, dass sich das neue Gebäude möglichst harmonisch in das Landschaftsbild einfügt.
Obstvielfalt: von Ochsenkopf und Krummstiel
Neben dem neuen Stall liegt ein ausgedehntes Feuchtbiotop und dahinter grenzen etwa ein Hektar Streuobstwiesen und 0,5 Hektar Niederstammplantagen an. Neben modernen Sorten wie Topaz wachsen hier über 20 alte und lokale Obstsorten, darunter seltene Apfelsorten wie der Rote Ochsenkopf, der Klapperapfel oder der Rheinische Krummstiel sowie mehrere in Vergessenheit geratene alte Süßkirschsorten.
Die Streuobstwiesen und das angrenzende Grünland sind klar strukturiert. Immer wieder begrenzen breite Hecken die Flächen. „Wir haben in den vergangenen Jahren hier etwa vier Kilometer Heckenzüge neu angelegt“, erklärt Dietmar Veith. „Damit erhalte ich zum einen das für unsere Hügellandschaft typische traditionelle Bild, zum anderen finden hier viele Vögel und Wildtiere einen idealen Lebens- und Rückzugsraum. So haben wir hier beispielsweise eine ungewöhnlich große Hasenpopulation“. Außerdem dienen die bis zu fünf Meter breiten Hecken aus vielen unterschiedlichen Bäumen und Sträuchern – Wildbirnen, Schlehen, Mispel, Schneebeere und Esskastanie – als Bienenweide.
Exkursionsziel Bioland-Hof
Dass Vielfalt auf Gut Hasselholz Programm ist, hat sich inzwischen auch in der nahen Stadt herumgesprochen. Und so sind die Wege um den Bioland-Hof nicht nur ein beliebtes Ziel für Sonntagsausflüge. Eine steigende Zahl von Besuchergruppen – ob aus Kindergärten, Schulen oder aus dem Bereich der Erwachsenenbildung – nutzen das Angebot der Veiths, bei Naturführungen und Exkursionen um die ökologische Landwirtschaft kennen zu lernen.




