Hans Pfeffer
Staudernheimerstr. 1
55571 Odernheim, Rheinland-Pfalz
Tel: 06755-1053
Fax: 06755-1732
www.bannmuehle.de

Betriebsspiegel:

  • 85 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, überwiegend Dauergrünland
  • 25 ha des Grünlands sind nicht befahrbare Steilflächen, überwiegend Magerrasen mit großer Artenvielfalt
  • 9 ha Obstanlage

Betriebszweige:

  • Tafelobstanbau für die Direktvermarktung (Äpfel, Erdbeeren, Himbeere, Johannisbeeren, Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen u. Birnen)
  • Mostobst

Kelterei für eigenen Saft und LohnkeltereiMutterkuhhaltung und Direktvermarktung Rindfleisch

  • Hofladen
  • Stromerzeugung mit Wasserkraft (70 kw) und Solar (20 kw)
  • Bewirtschaftung der Gebäude mit acht Wohnungen, einem Seminarhaus und Tipis

Glanrinder unter Streuobst

Bioland-Betrieb Bannmühle

Der Bioland-Betrieb „Bannmühle“ liegt mitten im landschaftlich reizvollen Glantal, umgeben von sanftem Bergland, Wäldern und Weinbergen. Die Natur hier ist etwas Besonderes:  Steile Trockenrasen mit der schützenswerten Vegetation liegen in unmittelbarer Nähe zur Weinbauregion Nahe.

Als rheinhessischer Winzersohn ist mir die Verbindung zur Natur und die Vorliebe für Most und Saft in die Wiege gelegt worden. Seit 1992 bewirtschafte ich mit drei Arbeitskräften 85 ha Grünland, davon 20 ha Streuobstwiesen und 9 ha Obstanlagen.

Auf den steilen Trockenrasen lasse ich meine Glanvieh-Mutterkuhherde weiden, eine alte Rasse, die im pfälzischen Bergland heimisch ist und mit den Hanglagen gut zurecht kommt. Gleichzeitig habe ich auf diesen extensiven Standorten Obstwiesen angelegt, die den Ertrag für die Obstsaft-Kelterei liefern. Wir keltern auch im Lohn, so dass anderen Betriebe und Privatpersonen hier ihr Obst verwerten können. So tragen wir zur Erhaltung weiterer Streuobstbestände bei.

Streuobst-Neuanlage

Streuobstwiesen sind genauso vom Aussterben bedroht wie das Glanvieh. Deshalb habe mich schon lange mit der Frage beschäftigt, wie ich Naturschutz und wirtschaftlichen Ertrag auf ein und derselben Fläche zusammenbringen kann. Entscheidend ist die regelmäßige Unkrautbeseitigung und kontinuierliche Pflege der Bäume: Früher gab es auf jedem Betrieb einen Opa, der hat das Unkraut gehackt und die Bäume gepflegt. Ich habe 300 Streuobstbäume und da will keiner mehr jäten! Also musste ich mir etwas einfallen lassen und heraus kam eine „etwas intensivere Mostobstwiese“. Vor vier Jahren haben wir rund drei Hektar Obstwiesen auf hängigem, aber gerade noch befahrbaren Gelände angelegt, das heißt rund 300 Obstbäume in Abständen von sechs mal neun Metern in Reihen parallel zum Hang. Entlang der Reihen kann man mit dem Traktor und der Hackmaschine durchfahren. Das Hacken lockert die Bodenoberfläche und mineralisiert gleichzeitig die Nährstoffe. Kompostierter Rindermist düngt die Pflanzung und aktiviert das Bodenleben. Die gehackten Streifen verhelfen den jungen Bäumen zu einem gesunden Wachstum und lassen sie schneller in den Ertrag kommen. Ab dem achten Standjahr „soll ein ordentlicher Ertrag“ herauskommen. Den bringt eine Streuobstwiese normalerweise erst ab dem 15. Jahr.

Glanrind unter Streuobst

Die Streuobstflächen am Hang sind gleichzeitig Weide für die Mutterkuhherde. Die untersten Äste der Obstbäume wurden daher sehr hoch angelegt und jeder Baum ist mit einem Elektroschutz ausgerüstet, damit die Tiere sich nicht kratzen können. Auch unter der Krone der jungen Bäume wird mit einem Elektrodraht vor Verbiss geschützt. Die Tiere weiden ganzjährig draußen und halten das Gras niedrig.

Ein relativ aufwendiges Verfahren für eine Streuobstwiese, doch der Aufwand soll sich wirtschaftlich lohnen. Mit der Beweidung spare ich übrigens Zeit und Kraftstoff, weil die Wiesen nicht gemulcht werden müssen.

Modernen, biologischen Apfelbau betreibe ich auf 4 Hektar. Hier mische ich bewusst Tafel- und Mostsorten sowie alte Obstsorten und pilzunempfindliche Neuzüchtungen. Dazu gehörten zum Beispiel ,Ontario’, ,Geheimrat Dr. Oldenburg’, ,Königin Viktoria’, ,Schöner von Boskoop’, ,Prinz Albrecht’, ,Sparmanns Wunderapfel’, ,Kardinal Bea’, ,Haux’, ,Roter Eiser’, verschiedene Ramboure und Renetten, ,Kaiser Wilhelm’ aber auch die pilzresistenten Neuzüchtungen wie ,Reglinde’ und ,Remo’.

Artenvielfalt auf den Steilflächen

Naturschützer sind beeindruckt von der Artenvielfalt der Hangflächen am Glan. Auf den steilen Wiesen finden sich unter anderem Orchideen wie die Bocksriemenzunge oder das Purpurknabenkraut, Rundköpfiger Lauch, Berg-Steinkraut oder die Edelschafgarbe. Schmetterlingskenner können hier den Magerrasen-Perlmutterfalter, den Schwalbenschwanz und Segelfalter, den Großen Fuchs und Baum-Weißling beobachten.

Auch auf unsere Energiebilanz achten wir: Solarpanelen und zwei Wasserturbinen der Bannmühle dienen der Stromerzeugung und versorgen die Maschinen in der Kelterei. 90 Prozent der Leistung wird nicht auf dem Betrieb verbraucht und kann somit ins regionale Stromnetz eingespeist werden.